Konzeption

für die

Kindertagespflege

 

 

Straußenbande

Inhaltsverzeichnis

 

 

 

  1. Warum arbeite ich als Tagesmutter?

  2. Meine Räumlichkeiten

  3. Mein Tagesablauf

  4. Erzieherische Ziele

  5. Persönlichkeitsentwicklung und soziale Fähigkeiten

  6. Bildung

  7. Sicherheit,Kindeswohlgefährdung, Gesundheit, Ernährung

  8. Sprache

  9. Zusammenarbeit mit den Eltern

  10. Fachlicher Austausch/Vernetzung/Vertretungsregelung

 

 

Vorwort

 

Alles was ich als Tagesmutter tue hat Auswirkungen auf meine Umgebung, auf die Kinder, die Eltern und das Miteinander. Ich übe Einfluss durch jede Geste, jede Mimik, jedes Wort und jede Tat.

Wie sieht es in mir aus?

Bin ich ruhig und gelassen, oder gestresst und genervt?

Kritisiere ich mehr, als das ich lobe?

Habe ich eine positive Einstellung und Ausstrahlung, oder sehe ich vieles negativ?

Mache ich einfach nur meinen Job, oder bin ich mit dem Herzen dabei?

Bin ich voller Vorurteile, oder erfreue ich mich an der Vielfalt und den

Unterschiedlichkeiten?

 

Ich sollte jeden Tag reflektieren und mich fragen wie die Kinder sich gefühlt haben und wie der Tag verlaufen ist. Eine gute Selbstkritik ist unumgänglich! 

 

Auch wenn ich schon eine Menge Berufserfahrung gesammelt habe, so gibt es immer noch viel zu lernen und sich weiterzubilden.

Aus diesem Grund habe ich mich entschieden im August 2008 mit der Fortbildung „KINDERWELTEN“ anzufangen, eine Einführung in die vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung in der Kindertagespflege und nach der Teilnahme am bundesweiten Fachtag „Bildung konsequent und intensiv“ in Berlin, treffen wir uns immer noch ca. 3mal im Jahr zum neue Themen zu bearbeiten.

Seitdem gestalte ich meine Tagespflege noch wesentlich Familien orientierter, indem ich Fotos von den Kindern und deren Familien aufhänge, Fotos an den Handtuch haken und Körben anbringe und Bilderbücher über Unterschiedlichkeiten zeige und das Thema immer wieder aufgreife. Auch kleine Kinder haben schon Vorurteile, oft geprägt durch Bewertungen von Erwachsenen, oder einfach, weil sie merken, dass da etwas ANDERS ist.

Oft machen kleine Kinder schon in jungen Jahren Erfahrungen, die prägend für sie sind.

Ich nehme auch mindestens 1-2mal im Jahr an anderen Fortbildungen teil.

 

 

Ich hatte bereits 3 Qualitätsüberprüfungen des DRK  und habe alle mit einer sehr guten Bewertung abgeschnitten. 

Ich betreue 4 Kinder im Alter von 1-3 Jahren in meinen Tagespflegeräumen, Montags bis Freitags von 7:30 – 15:30 Uhr.

 

       1.Warum arbeite ich als          Tagesmutter?

Mein Name ist Bärbel Strauß und ich bin 58 Jahre jung. Schon in noch jüngeren Jahren, war es mein großer Wunsch mit Kindern zu arbeiten und so habe ich nach meinem Realschulabschluss, meine Ausbildung als Erzieherin begonnen und sie mit der staatlichen Anerkennung 1981 abgeschlossen. Danach konnte ich viele Jahre, als Gruppenleiterin und stellvertretende Leiterin eines Kindergartens, viele Erfahrungen sammeln.

Auch habe ich viele Jahre ehrenamtlich eine Gruppe von 40 Kindern geleitet und insgesamt 6 Jahre als Leiterin einer kirchlichen Jugendorganisation gearbeitet, bei der die Jugendlichen im Alter von 12 - 17 Jahren waren.

3 Jahre habe ich eine Gruppe von 60 Frauen ab 18 Jahren geleitet, die aus allen Altersstufen bestand. Ich habe Dienstprojekte organisiert, Unterrichte gestaltet und Lehrerschulungsgrundkurse durchgeführt.

 

1992 habe ich geheiratet und mich entschieden 6 Jahre meine Zeit ganz meiner Familie dh. meinem Mann und meinen 3 Kindern zu widmen.

Lena-Maria kam im November 1992 zur Welt, Jan im Januar 1994 und Joschua im Oktober 1995.

Zusätzlich zu meiner Tätigkeit als Hausfrau und Mutter, habe ich 1998 begonnen stundenweise als Kinderbetreuerin in einem Fitnessstudio zu arbeiten.

1999 hatte ich die Idee als Tagesmutter Kinder in meinen eigenen Räumlichkeiten zu betreuen und seit 2006 arbeite ich offiziell über das Jugendamt.

Zur Zeit arbeite ich 1mal wöchentlich ehrenamtlich mit einer Gruppe von ca. 25 Kindern im Alter von 3-12 Jahren, was mir sehr viel Freude macht.

 

 

2. Meine Räumlichkeiten

Der Tagespflegeraum ist kindgerecht und kindersicher eingerichtet.Der Spielraum ist mit altersgerechten Spielsachen ausgestattet.Für den Mittagsschlaf hat jedes Kind ein gemütliches Schlafplätzchen.

(Siehe Fotos unter Räumlichkeiten)

 

3. Mein Tagesablauf

Die Kinder werden morgens zwischen 7:30 und 8:30 Uhr gebracht, dann sollten sie auch spätestens da sein, damit sie noch genügend Zeit haben, um mit den anderen Kindern zu spielen.

Um ca. 9:15 ertönt die Clownspieluhr und die Kinder wissen, dass jetzt Aufräumzeit ist. Danach machen wir unseren Begrüßungskreis und jeder wird durch das Lied: „Hallo (Name des Kindes) schön, dass dass du da bist“, begrüßt. Dann darf jeden Tag ein anderes Kind ein Kärtchen ziehen, auf dem sich ein Bild zu dem entsprechenden Lied, Fingerspiel oder Singspiel befindet, das wir dann gemeinsam singen, oder spielen, manchmal mit Instrumentalbegleitung. Ich spiele Klavier und Musik spielt für mich bei der frühkindlichen Erziehung eine wichtige Rolle. Anschließend frühstücken wir gemeinsam. Es gibt Müsli, Vollkornbrot, Knäcke und immer Obst.

Dann ziehen wir uns an, um nach draußen zu gehen. Es gibt für uns kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung, aber die haben wir nicht, da die Eltern immer die passende Kleidung für ihr Kind mitbringen und regenfeste Kleidung beschriftet mit dem Namen des Kindes bei mir lassen. Der Prinzenpark befindet sich nur ca. 10 Minuten zu Fuss entfernt und dort gibt es eine Menge auszukundschaften. Im Frühling geniessen wir die ersten Sonnenstrahlen und die Blütenpracht, im Sommer gehen wir zum Brunnen, um uns abzukühlen, oder hüpfen durch die Pfützen des Sommerregens, im Herbst lassen wir den Drachen steigen, suchen Kastanien, Eicheln und farbenprächtige Blätter und im Winter gehen wir rodeln, oder bauen einen Schneemann.

Ich gehe mit den Kindern auch gern auf den Museums-Theater- oder Indianerspielplatz: 

Die Sommermonate nutzen wir auch oft zu einem gemeinsamen Picknick, dann fällt das Frühstücken im Haus aus.

Jeden Dienstag gehen wir mit anderen Kindern und Tagesmüttern zum Turnen in die Brunsviga.

Um 12:15 ist Zeit zum Mittagessen (siehe Ernährung) und danach kommt der Mittagsschlaf. Damit auch alle zur Ruhe kommen, unterhalten wir uns noch ein bisschen über den Vormittag und ich lese allen Kindern ein Bilderbuch vor.

4. Erzieherische Ziele

"Bevor ich heiratete, hatte ich sechs Theorien über Kindererziehung. Jetzt habe ich sechs Kinder und keine Theorie."
John Wilmot, Earl of Rochester (1647-80), engl. Dichter

 

Durch meine langjährigen Erfahrungen mit meinen eigenen Kindern und durch meine Arbeit mit Tageskindern, Kindergartenkindern und Jugendlichen durfte ich erkennen, dass jeder Mensch ein ganz eigenständige Persönlichkeit hat und oft die Praxis ganz anders aussieht, als die Theorie. Man lernt wirklich das meiste durch die eigene Erfahrung und den Austausch mit anderen. Bücher können sehr hilfreich sein, aber dich auch manches mal überfordern.

Um Kindern einen guten Start in das Leben zu ermöglichen bedarf es einer guten Erziehung, aber wir müssen auch Fehler machen dürfen, um daraus zu lernen.

Kinder brauchen:

eine respektvolle und liebevolle Betreuung, die ihr Selbstbewusstsein stärkt und durch die sie ermutigt werden

  • die Anerkennung persönlicher Unterschiedlichkeiten

  • das Recht auf gewaltfreie Erziehung und würdevollen Umgang

  • Offenheit und Gesprächsbereitschaft auf einer Ebene, damit sie sich verstanden fühlen

  • Bereitschaft, mit ihnen gemeinsam Probleme zu lösen

  • Unterstützung zur Selbständigkeit

  • Werte, die ihnen im späteren Leben Orientierung geben wie Freundschaft, Vertrauen, Zuverlässigkeit, Geborgenheit, Mut, Hilfbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein, Akzeptanz, Toleranz, Wertschätzung, Mitgefühl

  • wiederkehrende, feste Abläufe, die sich an den Wünschen und Bedürfnissen der Kinder orientieren und den Tagesablauf der Gruppe bestimmen

  • die Möglichkeit, mit vielen Menschen in Kontakt zu treten und positive familienergänzende Erfahrungen zu machen

 

Ich verstehe meine Arbeit als familienergänzendes Angebot. Eine meiner Hauptaufgaben sehe ich darin, die Kinder in einer ruhigen, liebevollen und freundlichen Atmosphäre auf die Zeit im Kindergarten vorzubereiten, indem ich ihnen helfe im Umgang miteinander Konflikte zu lösen und Freundschaften zu schließen. Viele, die mich in meinen Räumlichkeiten besuchen, oder die mich im Umgang mit den Kindern erleben, sagen oft: „Wie kommt es, dass die Kinder so fröhlich, ausgeglichen und zufrieden sind?“ Dazu kann ich nur sagen, dass die Entwicklung des Kindes ganz stark von der Persönlichkeit, Reife und erzieherischen Kompetenz der Tagesmutter abhängt.

Es ist für mich wichtig meinen Erziehungsstil mit den Eltern abzustimmen und regelmäßig über das Verhalten des Kindes zu sprechen. Liebevolle Konsequenz wirkt Wunder! Eine intensive Zusammenarbeit dient dem Wohl des Kindes und gewährleistet so die Zufriedenheit auf beiden Seiten. ( siehe Zusammenarbeit mit den Eltern) Durch den gegenseitigen Austausch, hat man auch immer wieder die Möglichkeit, sein eigenes Verhalten zu reflektieren und gegebenenfalls etwas zu ändern.

In den ganzen Jahren, seit denen ich im pädagogischen Bereich tätig bin, gab es noch keine Situation, für die ich nicht gemeinsam mit den Eltern, anderen Tagesmüttern oder mit dem Fachpersonal vom Jugendamt oder Fams (Familienservicebüro) eine Lösung gefunden habe.

 

5. Persönlichkeitsentwicklung und soziale Fähigkeiten

 

Es ist mir wichtig die Kinder zu eigenverantwortlichen Persönlichkeiten zu erziehen. Ich fördere die Kinder in der Entwicklung ihres Selbstbewusstseins. Sie sollen lernen, ihre Wünsche, Bedürfnisse und Ideen zu äußern und angemessen durchzusetzen. Folgendes Zitat habe ich mal gehört:

"Erkläre mir, und ich werde vergessen.
Zeige mir, und ich werde mich erinnern.
Beteilige mich, und ich werde verstehen."
 

Zur Persönlichkeitsentwicklung gehört:

  • die ICH-Identität zu stärken (eines meiner Lieblingbücher dazu „Das kleine ICH bin ICH)

  • Rücksichtnahme gegenüber anderen zu lernen

  • Selbstsicherheit in der Gesellschaft zu lernen

  • zu lernen auf andere zuzugehen

  • sich an Regeln zu halten

  • ihre eigene Meinung gegenüber anderen zu vertreten

  • das Teilen lernen

  • kleine Aufgaben und Verantwortung zu übernehmen

  • in Konfliktsituationen eine Lösung zu finden

  • seine Bedürfnisse zu erkennen und zu äußern

 

Für Kinder, die immer im Mittelpunkt stehen wollen, ist es wichtig zu lernen sich in manchen Situationen auch mal zurückzuhalten und zu sehen was ein Anderer braucht.

Kinder, die sehr schüchtern sind, brauchen Motivation und Anregung, um über sich hinaus zu wachsen und sich Schritt für Schritt mehr zuzutrauen.

Kinder, die nur Kritik erfahren,brauchen Lob und Anerkennung und im besonderen Maß das Gefühl geliebt zu werden.

Erkenne ich Schwächen frühzeitig bei Kindern, dann ist es meine Verantwortung Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. 

6. Bildung

Bildung, was für ein großes Wort! Durch meine Fortbildung an dem Projekt „Kinderwelten“ (siehe Vorwort) ist mir sehr bewusst geworden, dass ich in vielen Bereichen einen großen Einfluss, schon auf die kleinen Kinder habe. Ich glaube die größte Förderung für eine gute Entwicklung bei Kindern besteht darin, ihnen das zu geben was sie brauchen, nicht zu viel und nicht zu wenig. Ich sollte mich manchmal im Zeitalter der Beschleunigung, bewusst zurücklehnen und mir überlegen, was ich dem Kind unbedingt auf den Weg seines späteren Lebens mitgeben möchte.

 

Ich finde dazu gehört:

  • Liebe, Zuwendung und das Interesse an ihren Bedürfnissen

  • ein guter Umgang miteinander

  • Nähe, Wärme und ein gutes Klima

  • reichlich Bewegung und viel frische Luft

  • ausreichend Schlaf

  • Spielmöglichkeiten und Freiraum zum ausprobieren und experimentieren

  • Halt und Begrenzung wo es erforderlich ist

Das Wesentliche lernen die Kinder durch die Erfahrung miteinander und ein gutes Vorbild an ihrer Seite! 

 

 

7. Sicherheit, Kindeswohlgefährdung, Gesundheit und Ernährung

Um die Sicherheit der Tageskinder zu gewährleisten ist eine kindersichere Umgebung unerlässlich.

Bei mir zu Hause beinhaltet sie folgendes:

 

  • keine Stolperfallen

  • Steckdosensicherungen

  • scharfe Kanten mit Eckenschutz versehen

  • standfeste Möbel

  • Kinderschutz für Schränke und Schubkästen

  • Putzmittel, Feuerzeuge und Medikamente sind sicher verschlossen

  • im Sommer tragen die Kinder eine Kopfbedeckung und werden mit Sonnenschutzcreme eingecremt

  • vorbildliches Verhalten im Straßenverkehr und die Kinder mit einbeziehen, wenn man an Ampeln, oder Zebrastreifen eine Straße überquert

  • darauf achten, dass die Kinder nicht an giftige Pflanzen gehen, oder tote Tiere anfassen

 

Ich habe 2015 an einem Erste-Hilfe Kurs des DRK für Kleinkinder teilgenommen und wiederhole ihn alle 2 Jahre.

 

Kindeswohlgefährdung

Wenn ich beobachtet habe und einschätzen kann, dass das Wohl des Kindes durch:

  • Vernachlässigung

  • Körperliche Gewalt

  • Körperlicher Missbrauch

  • Psychische Misshandlung

  • Sexueller Missbrauch

akut gefährdet ist, bin ich laut § 8a SGB VIII verpflichtet meine Beobachtungen dem Pflegekinderdienst (PKD) mitzuteilen. Versäume ich diese Meldepflicht und stößt dem Kind etwas zu, kann ich ggf. selbst gerichtlich zur Verantwortung gezogen werden.

Bei unklarer und latenter Gefährdung führe ich einen Beobachtungsbogen und führe mit den Eltern ein Gespräch. Ich stelle ihnen die Möglichkeiten der Beratungsgespräche durch den Pflegekinderdienst vor und andere Hilfsangebote.

 

Zur Gesundheit gehört meiner Meinung nach folgendes:

 

 

  • nicht rauchen in Gegenwart der Kinder (ich und mein Mann sind Nichtraucher und trinken keinen Alkohol)

  • regelmäßiges Lüften der Räume

  • jedes Kind hat sein eigenes Handtuch, Waschläppchen und Wickelauflage

  • die Räumlichkeiten werden regelmäßig gereinigt und die Wickelauflagen und Toiletten jeden Tag desinfiziert

  • Händewaschen zu den Mahlzeiten

  • reichlich Bewegung und viel frische Luft, darum gehen wir fast jeden Tag raus und einmal wöchentlich zum Turnen

    • bei einem akuten Infekt darf das Kind nicht gebracht werden, auch zum Schutz der anderen Kinder und es muss mindesten einen Tag infektfrei sein

     

    Nun zur Ernährung, bei der ich immer wieder feststellen konnte, dass Kinder bei mir das essen, was sie zu Hause oft nicht anrühren. „Wenn der Andere das isst, dann kann ich es ja ruhig auch mal probieren.“ Was wir jeden Tag essen schreibe ich für die Eltern auf eine Tafel.

    Es gibt immer ein gemeinsames Frühstück und ein gemeinsames Mittagessen. Ich finde Zeit und Ruhe beim Essen sehr wichtig. Das nette Beisammensein bei den Mahlzeiten wird dadurch gefördert, dass wir uns alle an die Hände nehmen ein Tischgebet sprechen und einen Tischspruch aufsagen:

    Fröhlich sei das Mittagessen GUTEN APPETIT,

    wir haben uns alle lieb!“

    Das selbstständige Essen wird ohne Druck unterstützt und es ist nicht schlimm, wenn mal was daneben geht. Alles braucht seine Zeit!

    Es gibt Obst und Gemüse, Getreideprodukte, Kartoffeln,Fisch, Fleisch, Milchprodukte und ab und zu auch mal etwas Süßes. Zum Trinken gibt es meistens Wasser, ab und zu ungesüßten Tee, oder verdünnte Säfte.

    Ich dränge die Kinder nie zum Essen und wenn sie etwas nicht mögen, dann werden sie nicht gezwungen, denn ich glaube sie haben ein gutes Feingefühl dafür, wie viel ihr Körper an Nahrung braucht.

    8. Sprache

    Bevor das Kind die ersten Worte spricht verständigen sich die Eltern überwiegend mit Mimik und Gestik. Der Mangel an Ausdrucksfähigkeit, der mir immer mehr, besonders bei Jugendlichen auffällt, liegt meiner Meinung nach daran, dass in den Familien oft keine regelmäßigen Mahlzeiten mehr eingenommen werden und der Fernseher und der Computer in den Vordergrund rücken. Das gemütliche Plaudern während des Essens oder danach, findet selten statt. Die Sprache ist das, was uns alle ein Leben lang begleitet und hier steht die Vorbildfunktion der vertrauten Bezugspersonen an erster Stelle. Wie drücke ich etwas aus und wie spreche ich mit dem Kind? Begebe ich mich in Augenhöhe, um etwas verständlich zu machen und wähle ich meine Worte mit Bedacht? Zeige ich Verständnis und bin ich ein guter Zuhörer? NEHME ICH MIR ZEIT? Um die Freude am sprechen zu wecken, singe ich viel mit den Kindern, mache Finger-und Singspiel und schaue mir oft Bilderbücher mit ihnen an und erzähle mit Handpuppen Geschichten. Ich fördere durch Angebote, wie den Einkaufs-laden, das Puppenhaus, oder Bilderbücher die Sprechbereitschaft. Das alles fördert die Sprachentwicklung, die ein Leben lang ein kontinuierlicher Prozess ist.                                      

  • 9. Zusammenarbeit mit den Eltern

     

    Eine gute Kooperation zwischen mir und den Eltern ist unverzichtbar. Durch die kleine Gruppengröße ist die Beziehung zwischen Eltern, Kind und Tagesmutter sehr familiär gestaltet. Sie ermöglicht oft den Kindern den ersten Einstieg in eine fremde Betreuungssituation und auch die ersten Lernerfahrungen, durch den Umgang mit anderen Kindern. Mir ist eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern, in einer offenen und vertrauensvollen Gesprächsbereitschaft sehr wichtig. Gibt es Schwierigkeiten, so versuche ich sie immer gemeinsam mit den Eltern zu lösen und mit ihnen an einem Strang zu ziehen. Getroffene Absprachen sollten immer eingehalten werden!

    Es dient dem Wohle des Kindes, dass der Erziehungsstil schon vor der vertraglichen Vereinbarung miteinander abgesprochen wird. Gespräche über das Verhalten des Kindes finden regelmäßig statt.

    Die Schweigepflicht ist für ein vertrauensvolles Miteinander absolut notwendig!

    Eingewöhnung

    Eine gute Eingewöhnungszeit von mindesten 1-2 Wochen, wenn erforderlich auch länger ist für einen guten Einstieg in die neue Umgebung äußerst wichtig. Man muss bedenken, dass die Jüngsten in ihren ersten Lebensjahren durch die Betreuung außer Haus regelrecht herausgefordert werden. Wird das Kind nicht genügend auf die neue Siuation vorbereitet kommt es zwangsläufig zu Verlustängsten, oder Stressempfindungen. Die meisten Kinder sind das erste Mal über einen längeren Zeitraum von den Eltern getrennt und müssen lernen sich der neuen Betreuungssituation anzupassen. Das erfordert oft eine große Anstrengung körperlich, wie psychisch.

    Sie kann nur gemeistert werden, wenn die Eltern gemeinsam mit der Tagesmutter dem Kind bei diesem Übergang helfen.

    Für mich gehören drei Grundregeln zu einer guten Eingewöhnung:

     

    • Eltern begleitend (immer von einem Elternteil), so lange wie erforderlich

    • Tagesmutter orientierend (die Eltern halten sich während der Eingewöhnungszeit im Hintergrund)

    • sich lösen können, also Abschieds bereit

    • in den ersten Wochen Rückmeldung besonderer Situationen (Fotos) über Email

    Bevor das Kind zu mir kommt, überreichen mir die Eltern einen Brief, in dem sie mich über Gewohnheiten und besondere Bedürfnisse, oder eventuelle Besonderheiten informieren. Ich betreue z.B. zur Zeit ein polnisches Kind und da war es mir sehr wichtig ein paar Wörter auf polnisch zu lernen, die dem Kind schon ein Begriff waren, um mich verständlich zu machen. Auch habe ich mir vom Fams ein Buch ausgeliehen, in dem bildhaft Begriffe auf deutsch und polnisch erklärt waren.

     

         10. Fachlicher    Austausch/Vernetzung/

      Vertretungsregelung

     

    Ich treffe mich regelmäßig zum fachlichen Austausch mit anderen Tagesmüttern und als Mitglied im Netzwerk der Kindertagespflege bekomme ich durch das FAMS regelmäßige Infos zu Fortbildungen oder Neuerungen in der Tagespflege, kann mir Bücher und Spielmaterialien ausleihen und mich mit kompetentem Fachpersonal beraten.

     

    Zu meiner Vertretung habe ich eine Springkraft eingestellt, die eine Ausbildung als staatlich anerkannte Erzieherin abgeschlossen hat und zur Zeit an der Uni in Wolfenbüttel Sozialarbeit studiert. Ihr Name ist Antona Gerwien und sie vertritt mich im Krankheitsfall, oder zu anderen wichtigen Terminen. Sie ist mir eine kompetente Hilfe und leistet hervorragende Arbeit!